Die nächste internationale Collab. Dieses Mal mit Totenhopfem aus Luxembourg. Patricia und Sergio kennen wir nun schon seit einigen Jahren. Immer wieder trifft man sich auf diversen Veranstaltungen in der Republik. Was soll ich sagen: Es matcht einfach. Wir kennen kaum eine andere Brauerei, die die Thematik Bier und vor allem die darin befindliche Experimentierfreudigkeit so sehr lebt wie wir es selbst tun. Allein deswegen musste diese Zusammenarbeit irgendwann kommen. Und hiermit präsentieren wir unsere erste, gemeinsame Kreation Draft Tales. Der Hybrid eines Witbieres und eines New England IPAs. Wir traufen diesen Bierstil New Wit IPA, einfach weil ein klassisches White IPA nicht ganz den Rahmen für unser Bier fittet.
Verwendete Adjuncts: Koriandersaat
Hopfensorten: Citra, Motueka
Besonderheit: Englische Ale- und belgische Wit-Hefe
Optik und Rezenz: Goldgelb, trüb, frische Kohlensäure
Aroma: Hopfige, gelbe & leicht kräuterige Zirusnoten, etwas Banane, etwas Pfeffer, leichte weizenartige Säure
Geschmack: Erfrischend, fruchtig-hopfig, vollmundig aber nicht süß
“Eine recht konservative Collab” wird der ein oder andere vermutlich denken, wenn man an die bereits gebrauten Biere von uns und von Totenhopfen denkt. Solche Collaborations sind ja aber nicht nur da, um den nächsten Grenzgänger einzubrauen oder die Leute nur auf Basis der Zutatenliste aus den Latschen zu hauen. Vor allem sehen wir solche Collaborationen als Chance auch mal Bierstile zu brauen, die seltener repräsentiert werden und nicht immer das absolute Spotlight genießen. Die Verheiratung eines Witbiers mit einem IPA wollten wir schon seit Jahren machen. Endlich hat sich mit Totenhopfen jemand geopfert. Witbier und IPA teilen sich viele Gemeinsamkeiten, eine Hybridform liegt dementsprechend nur Nahe. Das besondere ist, dass die einzelnen Zutaten der jeweiligen Einzelbierstile sich zwar Gemeinsamkeiten teilen, aber eben auch Einzigartigkeiten besitzen. Bedeutet also: Im besten Fall bildet dieser Hybrid eine Symbiose aus den Gemeinsamkeiten und eine Facettenvielfalt und höhere Komplexität durch die Einzigartigkeiten.
Dieser Anspruch an diese Hybridform ist uns mit Draft Tales sehr gut gelungen. Deutliche zitruslastige Fruchtaromen werden von einer leicht kräuterig-pfeffrigen Note begleitet. Eine milde Bittere wird durch eine unglaubliche Trinkfrische ergänzt. Wir haben zwar eine super Vollmundigkeit, die im typischen Wit-Charakter aber sehr leicht und niemals klebrig daher kommt. Fruchtige Hopfenaromen erhalten durch Koriandersaat und belgischer Wit-Hefe genügend Co-Stars an die Seite gestellt, um in einem ganz anderen Licht scheinen zu können, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.
Soviel zum Bier. Ein weiterer Vorteil von solchen Collaborations ist der direkte Austausch mit Gleichgesinnten. Kaum hatten wir das erste Draft Tales zum Verkosten im Glas wurden bereits neue Entwürfe, Ideen, Wünsche und Anregungen ausgetauscht. Und wenn einer mit unseren Ideen und Gedankengängen alias Mango, Garlic mithalten kann, dann Patricia und Sergio von Totenhopfen. Ich sage nur Smoked Cucumber & Piri Piri Gose.
Diese Bier erzählt mehr als nur eine Geschichte. Und es ist mit Sicherheit erst der Anfang.
