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First Steps

Wir konn­ten euch end­lich unser ers­tes Bier prä­sen­tie­ren.
Wir möch­ten die nach­fol­gen­den Zei­len nut­zen, um das aus den Nach­fra­gen bestehen­de Inter­es­se bezüg­lich der Idee und der Beweg­grün­de unse­res First Steps Dou­ble IPAs zu erläutern.

Kurz­be­schrei­bung

Ver­wen­de­te Hop­fen­sor­ten: Citra, Colum­bus, Nel­son Sauvin

Beson­der­heit: Misch­gä­rung mit einer eng­li­schen Ale Hefe und einer Weinhefe

Optik und Rezenz: Gold­oran­ge, trüb, fein­po­ri­ger Schaum, mitt­le­rer Koh­len­säu­re­ge­halt, hohe Voll­mun­dig­keit
Aro­ma: Tro­pi­sche Früch­te, fri­sches Gras, Trau­be, Sta­chel­bee­re, Zitrus­früch­te, eine Spur Sole­ro-Eis-like Aro­men
Geschmack: Oran­ge, Grape­fruit, eine gewis­se Süße im Antrunk, mit­tel­star­ke aber lang­an­hal­ten­de Bittere

Die Arbeit an die­sem Rezept hat uns eini­ges an Zeit gekos­tet. Die Rah­men­be­din­gun­gen hät­ten auch nicht schwe­rer gewählt sein kön­nen. Wir waren auf der Suche nach einem Rezept, wel­ches die ein­zel­nen Kom­po­nen­ten unse­res Bie­res betont, ohne dass eine Kom­po­nen­te die ande­ren aber über­schat­tet. Unser Dou­ble India Pale Ale soll­te über­aus fruch­tig sein. Es soll­te eine prä­gnan­te Bit­te­re besit­zen, die aber nicht die Lust am Wei­ter­trin­ken nimmt. Die Schwe­re des Bie­res soll­te glei­cher­ma­ßen spür­bar sein, dem Trink­fluss aber nicht im Wege ste­hen. Und schluss­end­lich soll­te unser Dou­ble IPA etwas ein­zig­ar­ti­ges besit­zen. Eine eige­ne Hand­schrift, die unser First Steps von ande­ren Dou­ble IPAs unter­schei­det.
Der geziel­te Ein­satz der ver­wen­de­ten Malz- und Hop­fen­sor­ten sowie die Misch­gä­rung mit zwei ver­schie­de­nen Hefen ermög­li­chen genau das.

Die Malz­ba­sis für unser First Steps war rela­tiv schnell gefun­den. Die Kom­bi­na­ti­on aus Pils­ner Malz und Din­kel­malz sorgt für eine schlan­ke und hel­le Erschei­nungs­form, wel­che dem Hop­fen- und Hefe­pro­fil genü­gend Raum schafft, im Hin­ter­grund aber für eine hohe Voll­mun­dig­keit sorgt. Das Din­kel­malz ersetzt den, für die­sen Bier­stil typi­schen, Wei­zen­an­teil. Geschmack­lich sind zwi­schen Din­kel und Wei­zen nur mar­gi­na­le Unter­schie­de fest­zu­stel­len, wir möch­ten aber soweit es uns mög­lich ist, auf die Ver­wen­dung von Wei­zen ver­zich­ten. Unse­rer Ansicht nach gibt es ein­fach bekömm­li­che­re Getrei­de­sor­ten als Weizen.

Der span­nen­de und lang­wie­ri­ge Teil der Rezep­ter­stel­lung war die Aus­wahl der Hop­fen­sor­ten und Hefe­stäm­me. Über den Ent­wick­lungs­zeit­raum haben wir bestimmt 20 ver­schie­de­ne Hop­fen­sor­ten und 10 ver­schie­de­ne Hefe­stäm­me getes­tet. Ein­zeln als auch in Kom­bi­na­ti­on. Jede Hop­fen­sor­te und jeder Hefestamm bringt cha­rak­te­ris­ti­sche Merk­ma­le mit sich, die wie­der­um einen Ein­fluss auf den Gesamt­ein­druck des fer­ti­gen Bie­res besit­zen und für jeden Ver­such bewer­tet wer­den muss­ten.
Bei der Aus­wahl der Hop­fen­sor­ten haben wir uns in die­sem Fall dafür ent­schie­den, dass wir den Fokus auf eine Hop­fen­sor­te legen und die­sen von zwei ande­ren Hop­fen­sor­ten beglei­ten las­sen.
In unse­rem First Steps Dou­ble IPA bil­det Citra die Basis und wird von Colum­bus und Nel­son Sau­vin zu unter­schied­li­chen Zeit­punk­ten und Men­gen­an­tei­len wäh­rend des Brau­pro­zes­ses unter­stützt.
Mit der Hop­fen­aus­wahl eng ver­bun­den war die Aus­wahl der Hefe­stäm­me. Das Aro­men­pro­fil der Hefe(n) soll­te den Hop­fen unter­stüt­zen, die­sen aber nicht über­de­cken.
Das Fun­da­ment bil­det eine eng­li­sche Ale Hefe, die durch ihren hohen Ver­gä­rungs­grad und ihre fruch­ti­gen Gärungs­ne­ben­pro­duk­te den Platz für den Hop­fen im Malz­bett frei macht.
Die von uns ver­wen­de­te Wein­he­fe, die vor allem in neu­see­län­di­schen Sau­vi­gnon Blanc Wei­nen ein­ge­setzt wird, ist in der Lage Kom­po­nen­ten aus dem Malz und dem Hop­fen zu ver­stoff­wech­seln und umzu­wan­deln (Stich­wor­te: Thio­le und Gly­ko­si­da­se). Die Wein­he­fe besitzt dadurch einen gro­ßen Ein­fluss auf den Geschmack, den Geruch und den Kör­per des Bie­res. Wir woll­ten dem Hop­fen einen neu­en Spiel­part­ner an die Sei­te stel­len, der dem Hop­fen den­noch das Schein­wer­fer­licht über­lässt und nur zur Abrun­dung des Hop­fen­pro­fils bei­trägt. Das Ergeb­nis ist eine Stei­ge­rung der Kom­ple­xi­tät und des Aromeneindrucks.

Wir expe­ri­men­tie­ren nun schon seit eini­ger Zeit mit Misch­gä­run­gen und dem Ein­satz von Wein­he­fen. Aller­dings sind wir weit davon ent­fernt sagen zu kön­nen, dass wir unse­re kleins­ten und wich­tigs­ten Part­ner im Brau­we­sen und deren Zusam­men­ar­beit unter­ein­an­der voll­ends durch­schaut haben. Auch hier befin­den wir uns am Anfang einer Rei­se, wel­che sich mit uns ent­wi­ckeln wird.
Ana­log zu unse­ren ers­ten Schrit­ten der Selbst­stän­dig­keit, macht die ein­ge­setz­te Wein­he­fe in unse­rem First Steps also auch ihre ers­ten Schrit­te in ihrer neu­en Umge­bung Bier.
Ihr dürft euch also jetzt schon auf noch vie­le, span­nen­de Krea­tio­nen freuen.

Sophia und Lukas